Mit dem Ende des Jahres 2019 wird die Trägerschaft der Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule und Trans*-Belange des Landes Brandenburg durch den Verein „AndersARTiG“ e.V. beendet. Das zuständige Ministerium, das zu dieser Zeit noch von Susanna Karawanskij (DIE LINKE) geführt wurde, rief zur Einreichung von Konzepten für eine Landeskoordinierungsstelle für die Belange von LSBTTIQ* aus. Wie das Ministerium auf Nachfrage dieser Internetseite mitteilte, war eine inhaltliche Neuausrichtung der Aufgaben der Landeskoordinierungsstelle der Hintergrund der Ausschreibung. Auch haushaltsrechtliche Gründe führten zu diesem Schritt. Wie das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz erklärte, sieht das Haushaltsrecht im Sinne einer Gleichbehandlung potenzieller Träger regelmäßige Interessenbekundungsverfahren für Förderungen vor.

Das damalige Ministerium hatte sich für ein transparentes Ausschreibungsverfahren entschieden und informierte auf verschiedenen Wegen frühzeitig über den Aufruf. Bewerber wurden damit aufgefordert, Konzepte für eine mögliche Trägerschaft einzureichen, die von einer Jury bewertet wurden. Laut Angaben des Landesministeriums wurde der Vorsitz von einer externen Person „mit besonderer Fachkompetenz im Bereich LSBTTIQ*“ bekleidet. Nähere Auskünfte zur Jury wurden dieser Internetseite nicht mitgeteilt.

Aus der Ausschreibung ging schließlich Ende November 2019 der Potsdamer Verein Katte e.V. als Erstplatzierter hervor. Für einen Förderzeitraum von drei Jahren wird nun die Trägerschaft der Landeskoordinierungsstelle auf Katte e.V. übergehen. Jährlich sollen Mittel in Höhe von 57.400 Euro zur Verfügung gestellt werden. Diesen Betrag erhielt auch AndersARTiG e.V. im Jahr 2019. AndersARTiG hatte die Trägerschaft 25 Jahre inne.

Nach Rückfrage widersprach das Ministerium Teilen des offenen Briefes, der von der Aidshilfe Lausitz und des CSD Cottbus veröffentlicht wurde, dass durch diese Entscheidung eine Reihe von Angeboten wegfallen würden. Angebote die im Zusammenhang mit der Landeskoordinierungsstelle standen, sollen auch vom künftigen Träger fortgesetzt werden. Andere Projekte, wie die LesBiSchwule T*our, gehörten nicht zum Zuwendungsbescheid der Landeskoordinierungsstelle und wurden durch eigenständige Förderungen des damaligen MASGF unterstützt.

Trotz aller Kritik die in den vergangenen Tagen an das Ministerium gerichtet wurde, wird dem Verein AndersARTiG für seine jahrelange Arbeit Dankbarkeit ausgesprochen. Das MSGIV, wie die Abkürzung des Ministeriums heute heißt, bot dem Verein Unterstützung an, um diese schwierige Situation zu bewältigen. Das zuständige Referat empfahl dem Verein einen aussagekräftigen Projektantrag auf Mittel aus dem Aktionsplan Queeres Brandenburg bzw. aus Lottomitteln für eine Förderung von Beratungen von queeren Menschen zu stellen. Wie das Ministerium ebenfalls mitteilte, ist ein solcher Antrag bis zum heutigen Tag (05. Dezember 2019) nicht eingegangen.


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